Echte Digitalrendite durch moderne Verwaltungsstrukturen
Erstes gemeinsames Policy Paper von NExT e. V. und dem DigitalService des Bundes zeigt Wege zu nachhaltiger Verwaltungsdigitalisierung auf
Berlin, 02.03.2026
Die deutsche Verwaltung steht unter massivem Druck: Kosten steigen und gleichzeitig bleiben aufgrund des demografischen Wandels zunehmend Stellen unbesetzt und Aufgaben unerledigt. Um funktionsfähig zu bleiben, setzt die Verwaltung auf unterschiedliche Reformansätze, deren Wirksamkeit jedoch variiert. Ein heute veröffentlichtes Policy Paper der Reihe „GovImpact“ zeigt: Nachhaltige Effekte und eine echte Digitalrendite entstehen vor allem durch die gezielte Modernisierung der Verwaltungsstrukturen selbst.
Um effizienter arbeiten und Kosten sparen zu können, muss die öffentliche Verwaltung digitaler und moderner werden. Das Policy Paper „Für eine echte Digitalrendite: Nachhaltige Effizienz statt kurzfristiger Sparlogik“ der Reihe „GovImpact“ – ein von der Stiftung Mercator gefördertes Projekt von NExT e. V. und dem DigitalService des Bundes – beleuchtet kritisch, welche Ansätze in der Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltung tatsächlich Erfolg versprechen und welche eher irreführend sind.
Auf Basis von Workshops und Interviews mit Expertinnen und Experten sowie Praktikerinnen und Praktikern identifiziert das Paper drei typische Strategien, die aktuell verfolgt werden, um Kosten zu sparen und Renditen zu erzielen:
- Ressourcenkürzungen vor der Wertschöpfungskette
- Technologische Ergänzungen am Ende der Wertschöpfungskette
- Verbesserung innerhalb der Wertschöpfungskette
Letztere umfasst die Modernisierung von Bestandssystemen, die Anpassung von Zuständigkeiten, Standards und internen Abläufen ebenso wie die Optimierung der Nutzererfahrung. Das Paper warnt ausdrücklich davor, dass reine Budgetkürzungen oder das oberflächliche Hinzufügen von KI-Tools langfristig eher technische Schulden vergrößern, anstatt Probleme zu lösen. Stattdessen sollen Investitionen in die grundlegende Modernisierung ineffizienter IT-Systeme und die Verbesserung von Prozessen, sowie nutzerzentrierte Anwendungen nachhaltige Renditen für Verwaltung und Gesellschaft erzeugen.
Joshua Pacheco, DigitalService
Digitalisierung ist kein Kostenfaktor. Sie ist eine Investition, die sich nicht nur selbst finanziert, sondern das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Fürsorge und Handlungsfähigkeit des Staates stärken kann. Ein handlungsfähiger Staat entsteht dabei nicht durch verordneten Personalabbau und schillernde Technologien, sondern indem wir den Maschinenraum der Verwaltung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger aufräumen und modernisieren.
Um diesen Ansatz umzusetzen, braucht es strategische Anpassungen: eine systematische Wirkungsmessung, moderne Anreize im Personalrecht sowie eine ebenenübergreifende Kosten-Nutzen-Betrachtung im Haushaltsrecht.
Ann Cathrin Riedel, Geschäftsführerin von NExT e. V
Die Digitalisierung der Verwaltung soll kein Personal ersetzen, sie muss es angesichts von einer Million unbesetzter Stellen bis 2030 schlichtweg. Damit diese Transformation gelingt, müssen wir veraltete Anreize im Personal- und Haushaltsrecht aufbrechen: Effizienzgewinne müssen belohnt und durch eine moderne, ebenenübergreifende Erfolgsmessung als echte Rendite für unseren Staat sichtbar werden.
Bei einem Abendessen mit Parlamentariern,Führungskräften aus Bund, Ländern und Kommunen und weiteren Expertinnen und Experten wurde das Policy Paper vorgestellt. Die Teilnehmenden diskutierten die wichtigsten Erkenntnisse, tauschten Erfahrungen aus und beleuchteten gemeinsam, wie die Verwaltung digitaler und effizienter werden kann. Es ist ab sofort auf den Webseiten des DigitalService und von NExT e.V. verfügbar.
Über den DigitalService
Hierfür arbeitet der DigitalService eng mit dem Bund zusammen, um mit interdisziplinären Teams innovative digitale Lösungen zu entwickeln und zu betreiben sowie die dafür erforderlichen Grundlagen aufzubauen. Bereits vor der Gründung des DigitalService brachten die Fellowship-Programme Tech4Germany und Work4Germany technisches sowie methodisches Know-how in die Verwaltung, um die Vorteile neuer Arbeitsmethoden erlebbar zu machen und die Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben zu verbessern.
Der DigitalService wurde im Oktober 2020 als bundeseigene GmbH aufgesetzt und befindet sich zu 100 Prozent in Bundeseigentum. Er ging hervor aus dem 2019 gegründeten Non-Profit-Start-up 4Germany.
Pressekontakt
Nils Diezemann
Head of Communications
nils.diezemann@digitalservice.bund.de