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Offizielle Website – Bundesrepublik Deutschland

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Mehrere Personen sitzen und stehen in einem modernen Büroraum und sprechen miteinander. Im Hintergrund steht eine grüne Pflanze und eine Flipchart mit aufgeklebten Post-Its.

Wirksamkeitsziele langfristig denken: Unsere Impulse für nachhaltige Veränderung

Work4Germany bringt Expert:innen für neue Arbeit aus der Privatwirtschaft als Fellows mit Mit­ar­bei­ten­den der Bundesverwaltung zusammen, um (Zusammen-)Arbeit neu zu gestalten – für einen modernen und zukunftsfähigen Staat.

Dieses Ziel verfolgen wir seit 2020. An der steigenden Nachfrage aus der Bundes­verwaltung sehen wir dabei, wie wichtig das Fellowship ist. Denn in den Referaten und Teams der Bundesverwaltung sitzen Veränderungstreiber:innen, die Digitalprojekte, Prozesse und große Transformationsvorhaben effektiver vorantreiben wollen. Im Jahr 2026 gibt es Work4Germany deswegen gleich dreimal. Fellows unterstützen in einem Frühlings- sowie in einem Herbstjahrgang. Gleichzeitig wird die Modernisierungsagenda Bund in allen fünf Handlungsfeldern sowie der Programmsteuerung von sieben erfahrenen Alumni-Fellows begleitet.

Das ist ein guter Moment, um einen Blick zurückzuwerfen, denn das Fellowship hat sich über die Jahre verändert. Gleichzeitig wollen wir in diesem Blogbeitrag auf die Wirkung des Fellowships blicken und darauf, wie wir diese in Zukunft weiter skalieren können.

Mehrere Personen stehen sich in einem beleuchteten Gang im Spalier gegenüber und sprechen miteinander.

Work4Germany – in Tandems Veränderung vorantreiben

Was braucht es für einen zukunfts- und handlungsfähigen Staat, der Digitalisierungs­projekte effektiv umsetzen kann? Startpunkt sind zunächst die Referate und Teams der Bundesverwaltung selbst. Denn hier sitzen die Veränderungstreiber:innen, mit dem Willen und der Motivation, Veränderung anzupacken.

Genau diese Veränderungstreiber:innen können von externen Perspektiven profitieren, die direkt in den Referaten frische Impulse schaffen, um Methoden, Denkweisen und Zusammen­arbeit nachhaltig weiterzuentwickeln. Diesen Transfer verfolgt das Work4Germany Fellowship – und ist momentan die einzige etablierte Möglichkeit, um für einen begrenzten Testlauf Expert:innen für Organisationsentwicklung, neue Arbeit und Management als Ergänzung zu den einschlägigen Fachexpertisen in die Referate zu bringen.

Gemeinsam mit den Partner:innen in der Bundesverwaltung arbeiten die Fellows an konkreten Herausforderungen. Diese werden durch die Partner:innen definiert und die Einsatzpotenziale der Fellows vorbereitet. Das heißt: Der Impuls für Veränderung kommt aus der Verwaltung und wird dann gemeinsam als Tandem umgesetzt.

Das zeigt Wirkung: Durch die bleibenden Impulse der Fellows kann auf verschiedenen Ebenen dem wachsenden Fachkräftemangel begegnet werden. Außerdem spart die Einführung der neuen Methoden und Herangehensweisen kurz- bis mittelfristig Res­sourcen, da Projekte effizienter und zielgerichteter umgesetzt werden. Dass das funktioniert, sehen wir beispielsweise an den Evaluationen des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation: Diese beobachten und belegen die Wirksamkeit in der Befähigung durch die Fellows in Methodiken und das Aufbrechen von Silodenken mittlerweile über mehrere Jahrgänge hinweg.

Ebenso werden viele Fellows auch längerfristig übernommen – und werden mit ihren Querwechslerperspektiven Teil einer Verwaltung, in die sie mit üblichen Bewerbungs­prozessen keinen Eingang gefunden hätten. Zukünftig soll dieser Weg noch konsequenter genutzt werden, um über das Fellowship hinaus die Expertise der Fellows in der Ver­wal­tung zu verankern. Das Fellowship kann also auf verschiedenen Wegen als Kanal dienen, neue Talente anzuwerben, die sonst vermutlich nie ihre Passion und ihren Platz in der Verwaltungsarbeit entdeckt hätten.

Wandel ist wichtig: Die Entwicklungen der letzten Jahre

Auch wenn der Kerngedanke des Fellowships gleich geblieben ist, hat sich mit Blick auf die letzten Jahre einiges getan. Denn mit veränderten Bedarfen der Verwaltung passen wir die Programmgestaltung an und überlegen immer wieder neu, wie die Querwechselperspektiven, die Work4Germany in die Bundesverwaltung bringt, den größten Mehrwert bringen können. Heute ist das Work4Germany Fellowship ein Gesamtsystem, das sich aus vielen verschiedenen Elementen zusammensetzt. Dazu gehören:

  • Geschäftsstelle (Arbeit des Work4Germany Teams und administrativer DigitalService Bereiche):
    • Entwicklung und Umsetzung des (Begleit-)Programms bestehend aus persönlicher Betreuung und bis zu 20 verschiedenen Begleit- und Weiterbildungsformaten
    • Ausschreibung, Auswahl und Vorbereitung der Bundesbehördenprojekte für das Fellowship
    • Recruiting und Matching der Fellows inkl. vollständiger administrativer Abwicklung
    • Evaluation und Weiterentwicklung des Programms
    • Aufbereitung und Verbreitung von Erkenntnissen aus dem Fellowship sowie nachhaltige Vernetzung der Teilnehmenden
    • Personal- und administrative Betreuung der Fellows und Partner:innen
  • Fellow-Einsatz in den Häusern der Bundesverwaltung:
    • Arbeit an konkreten Herausforderungen gemeinsam mit den Partner:innen der Bundesverwaltung
    • Umsetzung von Digitalisierungs- und Transformationsprojekten
    • Förderung der ressortübergreifenden Zusammenarbeit
    • Aufbau von Methodenwissen, sowie Befähigung zu kollaborativem und zielorientierten Arbeiten
    • Nachhaltiges Wissensmanagement
    • Abbau von Silodenken
    • Vergütung der eingesetzten Fellows in den Häusern
    • Aufbau übergreifender Alumni-Netzwerke nach Abschluss des Fellowships

Klar ist, um diese Elemente sinnvoll umzusetzen und möglichst vielen Veränderungstreiber:innen in der Bundesverwaltung den Einsatz von Fellows für eine nachhaltige Befähigung zu ermöglichen, braucht es eine strategische Ausrichtung und zentrale Verantwortungsübernahme. Genau in diesem Bereich gab es in den letzten Jahren einige Verschiebungen.

Navigation Fellowship: Von Haus zu Haus

Blicken wir zurück: Zu Beginn des Fellowships, im Jahr 2020, war die Schirmherrschaft über das Fellowship noch im Bundeskanzleramt verortet. Mit der kommenden Legislatur unter der „Ampel“ wanderte es dann, gemeinsam mit der Federführung für das Themen­feld Verwaltungsdigitalisierung, ins Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI).

Einher mit veränderten Zuständigkeiten ging dabei auch die Finanzierung des Fellowships. Momentan arbeiten wir mit einer Umlagefinanzierung. Das heißt, dass die gesamten Programmkosten, also die Vergütung der Fellows und die Kosten der Geschäfts­stelle z. B. für Ausschreibung, Recruiting und Betreuung, von den teil­nehmenden Häusern der Bundesverwaltung anteilig getragen werden. Das stärkt nicht nur die Bindung zwischen den Häusern und ihren Projekten, sondern trägt auch dazu bei, wichtige Vorhaben weiter voranzutreiben.

Mit den veränderten Zuständigkeiten und der Finanzierung wandelte sich auch der Fellow-Einsatz. Zu Beginn wurde dieser zentral koordiniert, während heute jedes Haus der Bundesverwaltung die Entscheidung für die Zusammenarbeit mit externen Expert:innen trifft und finanziert.

Wirkung heute – Grenzen erkennen

Kommen wir wieder zum Status quo und zur Wirkung des Fellowships: Auch bei einem Modus der dezentralen Steuerung und Finanzierung profitieren teilnehmende Häuser von den Perspektiven, die das Work4Germany Fellowship mit sich bringt. Das zeigen die letzten drei Jahrgänge mit knapp 50 erfolgreichen Projekten. Deutlich macht das auch die Breite, mit der Work4Germany in diesem Jahr die Bundesverwaltung unterstützt.

Im Jahr 2026 gibt es erstmalig drei anstatt einer Work4Germany Kohorte. Im Frühlings- und Herbstjahrgang mit jeweils über fünfzehn Fellows in unterschiedlichen Häusern. Der Zulauf zum Fellowship ist also groß – und wird im Rahmen der Modernisierungsagenda des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung nur noch beschleunigt. Denn auch hier unterstützt Work4Germany in einem dritten Spezialjahrgang. Sieben ehemalige Teilnehmer:innen des Fellowships, die Projekte in unterschiedlichen Häusern bereits erfolgreich umgesetzt haben, begleiten mit ihrer Expertise jetzt die Umsetzung aller fünf Handlungsfelder, sowie der Programmsteuerung. Das zeigt: Der Veränderungs­wille der Verwaltung wird hier ganz konkret zur Umsetzungspower und setzt hier auf mehreren Ebenen auch auf externe Unterstützung durch das Fellowship.

Allerdings ergeben sich aus dem momentanen Modell auch Grenzen für den Zugang zum Fellowship und seine übergreifende Wirkung. Beispielsweise entscheiden heute statt Bedarf und Bereitschaft oft Finanzierungsmöglichkeiten in einzelnen Referaten über eine Teilnahme am Fellowship. Zudem haben sich manche Häuser aufgrund der Kosten ganz zurückgezogen, obwohl sie das Programm als Mehrwert empfunden haben. Auch bedeutet die dezentrale Finanzierung im Programmablauf deutlich mehr Aufwand für die individuellen Beauftragungen – für unser Programmteam und für die teilnehmenden Häuser. Für uns bleibt deswegen die Frage zentral, wie wir die Wirkung des Fellowships weiter skalieren können – gerade im Angesicht der momentanen Bedarfe. Das heißt: Welche Möglichkeiten können wir identifizieren, um für alle einen Mehrwert zu schaffen und einen nachhaltigen Beitrag zur Handlungsfähigkeit des Staates zu leisten?

Staatsmodernisierung anpacken – als Mission in einer Hand

In den letzten Jahren eine Antwort auf diese Frage zu finden – gar nicht so einfach …! Wer hätte bei allen Verschiebungen der letzten Jahre vorhersagen können, dass es ab 2025 ein Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung geben würde, das Tech-Angelegenheiten für ein digitales Deutschland erstmals mit Modernisierungs-Themen zusammen in einem Haus bündelt? Nun gibt es einen Akteur, der Digitalisierung und Staatsmodernisierung als übergreifenden Auftrag versteht. Für uns bedeutet das eine mögliche Antwort auf unsere Frage der Wirkungsskalierung.

Mehrere Personen stehen im Kreis. Eine Person wirft einer anderen Person einen Apfel zu.

Wirkung skalieren

Denn heute stehen wir an einem Punkt, an dem der Wille zur Veränderung in der Bundes­verwaltung riesig ist und an vielen Stellen konkreten Ausdruck findet. Allerdings: Mit diesem gestiegenen Willen müssen auch die Strukturen mitwachsen, um neue Formen der Befähigung nachhaltig zu verankern.

Work4Germany hat bewiesen: Der Einsatz externer Expertise zeigt Wirkung und wird auch als solcher erkannt. Um diesen in die Breite zu tragen und die Veränderungstreiber:innen in der Verwaltung zu unterstützen, dürfen Budgetgrenzen kein Hindernis sein. Denn Staatsmodernisierung ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Unser Ziel ist es deswegen, auf dem Weg dahin die Zusammenarbeit zu stärken und Barrieren abzubauen.

Mit Blick auf die Zukunft sind wir überzeugt: Für Skalierung und Wirkung in der Breite braucht es deswegen zum einen die dauerhafte Schaffung von Perspektiven und zum anderen weitere Wege, externe Expertise auf Dauer in der Verwaltung unterzubringen. Im Fokus sollte dabei eine zentrale Steuerung und Verantwortungsübernahme für das Programm stehen, um Veränderungen langfristig möglich zu machen.


Porträtfoto der Autorin Hannah Bergmann

Hannah Bergmann

ist Projektleiterin bei Work4Germany. Sie entwickelt das Fellowship weiter, um Digitalkompetenz und neue Arbeitsweisen mit noch mehr Wirkung in der Verwaltung zu verankern. Seit 2023 begleitet sie das Fellowship und gestaltet das Programmkonzept. Als engagierte Zukunftsforscherin ist sie Teil des gleichnamigen Netzwerks – und widmet sich auch privat Zukunftsthemen wie ihrer Familie und der Pflege des Nachbarschaftsnetzwerks.

Portrait Foto der Autorin Michaela Putzer

Michaela Putzer

gestaltet seit 2022 die Fellowships beim DigitalService mit. Ihr Fokus liegt vor allem darauf, die passenden Partner in der Verwaltung zu finden und das Programm inhaltlich und strategisch gemeinsam mit dem Team weiterzuentwickeln. Dabei liebt sie es, stetig dazuzulernen – über komplexe Verwaltungsthemen ebenso wie über Veränderungsprozesse und menschliche Interaktion. Als Projektmanagerin behält sie stets das große Ganze und gleichzeitig entscheidende Stellschrauben im Blick. Privat sortiert sie ihre Gedanken am liebsten bei langen Läufen in der Natur.


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